portrait

lorenz jann wüthrich

Kunstbiografie

Vor rund 10 Jahren fand der Ton wieder zu mir. Nach den Kindertagen verabschiedete ich mich vom «Kreativen», doch wie es der Zufall wollte, tauchte plötzlich ein Sack Ton in meinem damaligen Jugendzimmer auf. Anfänglich schüchtern, zog mich der Ton immer und immer weiter in den Bann. Was ein Zufall war, wurde nach und nach zu einer wegweisenden Tätigkeit. Eine Sprache, die nur ich spreche, ich konnte alles sagen, ohne den Mund zu betätigen. Mit der Malerei kam ein weiteres dazu und dann der Wunsch, die Sprache verständlich zu gestalten.


Das kreative Arbeiten fordert jedes Individuum zu einer Aussage, zu einer Reflexion über sich, über die Umwelt, über Materialität. Nach jeder Schaffensphase entschied ich mich, etwas Neues zu erarbeiten, von Ton zur Leinwandmalerei, zur Hinterglasmalerei, danach zu Gips, zu Fotoarbeiten bis zum Text. Von persönlichen Themen zu gesellschaftlichen Themen bis zu politischen Begebenheiten.

Die Freiheit, welche diesen Tätigkeitsbereich ergibt, treibt mich bis jetzt um. Sich und die Materie selber immer wieder herauszufordern, immer wieder zu hinterfragen. Der Einfluss auf die Arbeit kann mannigfaltiger kaum sein: Gespräche mit Freund:innen, Nachrichten von der ganzen Welt, kleine Alltagsbeobachtungen oder das eigene Empfinden. Einen weiteren wesentlichen Beitrag zur kreativen Arbeit finde ich immer wieder in der Literatur. Einer davon war Geoffroy de Lagasnerie. Dieses Essay «unmögliche Kunst» veranlasste mich zu einer neuen Betrachtung der Kunst. Das neue Werk «maitenant» wurde massgeblich davon geprägt.

Lorenz Wüthrich 2025

Junge Person trägt eine Mütze und Brille, beschäftigt sich mit einem Smartphone, trägt eine verschmutzte, kaputte dunkle Jacke, sitzt an einem Tisch, auf dem sich Papiere, eine Schere und ein Päckchen befinden.